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Ansprache vor den Gedenktafeln

EINWEIHUNG PANDEMIEBEDINGT SPÄTER ALS GEPLANT | Gedenktafeln auf dem Friedhof in Kraichtal-Neuenbürg der Öffentlichkeit übergeben

Lass das deine Freunde wissen!

15.09.2020 | Am Tag des offenen Denkmals, 13. September 2020, wurde ein besonderes Denkmal auf dem städtischen Friedhof in Kraichtals kleinstem Stadtteil eingeweiht. Bürgermeister Ulrich Hintermayer konnte bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen zahlreiche am Projekt Mitwirkende sowie drei Stadträtinnen in Neuenbürg willkommen heißen.

Die Gedenktafeln in Form eines aufgeschlagenen Buches erzählen 27 Lebensgeschichten und sollen zum Innehalten, zum Gedenken und zum Erinnern einladen, so Hintermayer in seiner Ansprache. Der aufgespaltene, abgebrochene Granitstein aus Italien soll die verletzten Stellen der Betroffenen darstellen, aber auch die Einheit/Zusammenführung zum Ganzen.

Nach der Enthüllung der filigranen, bedruckten Plexiglastafeln auf denen links die Geschichte beschrieben ist und rechts die Namen der Verstorbenen aufgeführt sind, gab es eine Minute der Stille zum Gedenken – bevor weitere Ansprachen folgten.

Elisabeth Hilbert vom Verein „Jüdisches Leben im Kraichgau“ war sehr gerührt bei ihren Ausführungen. Bewegt berichtete sie, wie damals vor sechs Jahren alles begann, als ihr Verein eine Exkursion zur Gedenkstätte in Vaihingen a. d. Enz machte und dort die Verbindung zu Kraichtal klar wurde. Man hat Kontakt zum damaligen 1. Vorsitzenden des Heimat- und Museumsvereins Kraichtal, Karl-Heinz Glaser, aufgenommen, um diese traurige Geschichte zu erzählen – so ging es damals peu à peu los. Sie bedankte sich bei Bürgermeister Hintermayer, stellvertretend für die ganze Stadt, für diese einmalige Integration in einen christlichen Friedhof.

 

Enthüllung der Gedenktafeln

 

Arno Huth von der Gedenkstätte Neckarelz bedankte sich ebenfalls für diesen wichtigen Baustein in der Geschichte der Häftlinge und die würdige Gestaltung.

Der Verfasser der interessanten Dokumentation: „KZ-Friedhof vor der Haustüre, Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“, Werner Banghard,  dankte der Gemeinde ebenso für die Möglichkeit des würdevollen Gedenkens.

Als Stellvertreter für den örtlichen Heimatverein Neuenbürg kam auch Matthias Zimmermann zu Wort und berichtete von der Wichtigkeit solcher Mahnmale als Zeichen gegen das Vergessen, gerade in der heutigen Zeit. „Friedhöfe erzählen Geschichten und wir vom Heimatverein führen seit Jahren Interviews mit Betroffenen und Angehörigen, um weiter aufzuarbeiten“, so Zimmermann.

Abschließend bedankte sich Bürgermeister Hintermayer noch bei allen, vom Steinmetz bis zum Bauhofmitarbeiter, von den Autoren bis zu den Grafikern und nicht zuletzt beim Gemeinderat der Stadt Kraichtal, der die finanziellen Mittel für dieses wichtige Denkmal bereitgestellt hat.

Im März diesen Jahres wurden die Tafeln aufgestellt und laden seither auf dem Friedhof in der Kapellenbergstraße zur Einkehr und Stille ein – und zum Gedenken an das Schicksal der KZ-Häftlinge. Pandemiebedingt konnte die offizielle Übergabe nicht bereits im Frühjahr stattfinden.

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