B35 Bruchsal Tunnellösung
Ein spürbarer Einschnitt zwischen Nord und Süd, das ist die B35 im Bruchsaler Stadtbild. Um das zu verändern, bringt die Stadt einen neuen alten Vorschlag ins Spiel.

Der Tunnel für Bruchsal: Stadt präsentiert Studie für B35 Tunnel

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Bruchsal | 31.01.2020 | Mit einer Machbarkeitsstudie beweist die Stadt Bruchsal, dass ein innerstädtischer Tunnel für die B35 im Bereich des Möglichen liegt.

Damit soll das jahrzehntelange Politikum um die verkehrsreichste Straße der Stadt zufriedenstellend gelöst werden.  Mit dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie als Handlungsentwurf für eine unterirdische Umleitung der B35 durch Bruchsal, dafür stimmte der Gemeinderat geschlossen am Dienstagabend, dem 28. Januar. Als Gegenentwurf zu der vom Bund geplanten B35 Nord-Ost Umleitung um Bruchsal soll mit einem Stadttunnel die Zerschneidung des Rothenbergs verhindert werden.

1070 Meter Tunnel

Unterirdisch. So lautet die Lösung für die Stadt Bruchsal. Nach dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie wäre es somit möglich, dass ein B35 Tunnel durch Bruchsal die Hälfte des Verkehrs auf der Bundesstraße unter das Bruchsaler Stadtbild bringen würde. Das betreffe vor allem LKWs, welche die B35 als mautfreie Ausweichstrecke für die A8 nutzen, und damit eine erhebliche Lärmbelastung darstellen.

B35 Bruchsal
Die Machbarkeitsstudie zeigt eine unterirdisch Verlaufenden B35 (gestrichelte Linie). Damit würde sie viele innerstädtische Knotenpunkte umgehen und zentrale Teile Bruchsals entlasten.
Foto: Stadt Bruchsal

 

Nach den Plänen der Stadtplaner könnte ein Tunnel vor der Schnabel-Henning Kreuzung die B35 unterirdisch einleiten. An das Tageslicht würde sie erst wieder bei den Gleisanalgen am Weiherberg treten. Damit würde die Bundesstraße über eine Distanz von 1070 Meter unterirdisch verlaufen und die Verkehrsengpässe an den Kreuzungen mit der Schnabel-Henning-Straße und B3 umgehen. Bei einer maximalen Fahrbahnsteigung von 6% technisch umsetzbar, so Prof. Dr. Hartmut Ayrle.

Mit der Tunnellösung wäre es auch möglich, dass eine der wichtigsten Verkehrsadern in der Region während der Bauarbeiten aufrecht erhalten werden könnte.

In Richtung Westen sollen die Abzweigung nach Stutensee und die sogenannten Media-Markt Kreuzung mit Ampeln dennoch bestehen bleiben. Mit dieser bewussten Entschleunigung des Vekehrs soll außerorts verhindert werden, dass die ausgebaute B35 zu einer Ersatzstrecke der A8 verkommt.

B35 Bruchsal
Überirdisch ließe sich die ehemalige B35 zu einer Stadtstraße ausbauen, um mit Kreiseln die Verflechtungen für den Binnenverkehr zu gewährleisten.
Foto: Stadt Bruchsal

 

Was nach dem Tunnelbau von der B35 überirdisch übrig bliebe, ließe sich als eine zweispurige Stadtstraße für den Bruchsaler Binnenverkehr erhalten. Denn dieser macht schließlich die andere Hälfte des Verkehrsaufkommens auf der derzeitigen Bundesstraße aus. Mit der Installation von Kreisverkehren, einer beidseitigen Fahrrampe zu der Prinz-Wilhelm-Straße sowie ausreichenden Rad- und Fußwegen, ließe sich die oberirdische Stadtstraße für ihre Anwohner wesentlich verträglicher gestalten.

Die B35 – Ein altes Problem für Bruchsal

Die verkehrsstarke B35 gilt für ihre anliegenden Gemeinden in der Region als eine große Herausforderung. Auch in Bruchsal, wo sie einen massiven räumlichen Einschnitt und eine unüberhörbare Lärmbelastung darstellt.

Nach dem Bundesverkehrswegeplan wird einem Ausbau daher auch eine hohe städtebauliche Bedeutung zugemessen. Ursprünglich sollte die B35 nord-östlich um Bruchsal herumgeführt werden, und an die bestehende B35a zwischen Bruchsal und Ubstadt anschließen. Mit dem Ziel die Bundesstraße damit kreuzungsfrei zu gestalten und von besiedelten Gebieten wegzuleiten, wurden ursprünglich 60 Millionen Euro für deren Ausbau festgelegt.

2016 beschloss der Gemeinderat der Stadt Bruchsal, diese in großen Teilen oberirdische Umgehung der B35 nicht zu unterstützen. Der Widerstand lag vor allem darin begründet, dass deren Ausbau über den Rothenberg dessen wertvolles Naturschutzgebiet zerschnitten hätte. Für Bruchsal wäre damit ein wichtiges Naherholungsgebiet verloren gegangen.

Der Tunnel als konstruktives Entgegenkommen

Am 15 Mai. 2018 beauftrage der Gemeinderat die Stadt Bruchsal aus eigenen Mitteln eine Alternative zu der Umgehung der B35 über den Rothenberg zu suchen. Als Ergebnis zeigte die Machbarkeitsstudie die Möglichkeit eines vollständigen Tunnels auf, zog allerdings auch eine weitere Alternative in Betracht: Zwei Deckelungen, also kurze Tunnel, unter denn verkehrsintensiven Kreuzungen der B35 mit der B3 und Schnabel-Henning-Straße. Dass damit aber die vorhandene Verkehrsführung über die Eisenbahnbrücke bestehen bliebe, stellt die Stadt allerdings nicht zufrieden.

Für Bruchsal wäre nur eine komplette Untertunnelung mit ausreichendem Lärmschutz an den Aus- und Einfahrten denkbar. Auch wenn sie nicht vollständig den Vorgaben des Bundesverkehrswegeplans entspreche, sei die Machbarkeitsstudie ein konstruktiver Vorschlag zu der Arbeit des Bundesverkehrsministeriums, welchen den Ausbau der B35 endgültig zu verantworten hat.

Die Frage nach den Kosten

Da es derzeit wenig Vergleichbares gäbe, und die Kosten der Sicherungstechnik in den letzten Jahren deutlich zugelegt hätten, sind die endgültigen Kosten eines solchen Stadttunnels für die B35 schwer abzuschätzen. Mit den vom Bundesverkehrsministerium veranschlagten 60 Millionen Euro für eine Umgehung der B35 um Bruchsal wäre es auch kaum zu bewerkstelligen.

Nach dem Willen der Stadt wären die Kosten eines Tunnels durch die Stadt, wie ihn die Machbarkeitsstudie aufzeigt, jedoch nur mit einer vollständigen Untertunnelung des Rothenbergs vergleichbar, um dessen Biotop nicht zu stören. Dafür müssten allerdings auch vier Kilometer durch den Rothenberg gebohrt werden.

Für Heidelsheim und Helmsheim als folgende Anlieger wäre das Problem des Verkehrs auf der B35 mit einem Bruchsaler Tunnel allerdings nicht gelöst. Der dortige Abschnitt ist nach den Plänen des Landes Baden-Württemberg getrennt von dem Bruchsaler Abschnitt. Aber auch hier möchte die Stadt Bruchsal eine Lösung. Der solle mindestens wie der Lärmschutz aussehen, der vor einem Jahr im benachbarten Gondelsheim installiert wurde.

Jahrzehntelang wurde ein Tunnel für die B35 durch Bruchsal kategorisch abgelehnt. Dass die Stadt mit der Machbarkeitsstudie jetzt eine klare Haltung zeigt, mag also überraschen.

Nach der einstimmigen Entscheidung des Gemeinderates obliegt es aber dem Bundesverkehrsministerium in Berlin diesen Vorschlag weiter zu verfolgen.

Maximilian Dümler

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