KARLSRUHE, 10. September 2026 | Telefonbetrüger haben in Ubstadt-Weiher und Karlsruhe-Oberreut zwei ältere Menschen mit Schockanrufen um jeweils fünfstellige Bargeldbeträge gebracht. Auffällig: Nach Angaben der Polizei wurden die Gespräche in beiden Fällen auf Russisch geführt.
Betrugsmasche in der Muttersprache
Die beiden Fälle zeigen einen Aspekt, auf den Familien mit russischsprachigen Angehörigen achten sollten: Die bekannte Schockanruf-Masche wird offenbar auch in der Muttersprache der Opfer eingesetzt. Ob die Betroffenen von den Tätern gezielt aufgrund ihrer Sprachkenntnisse ausgewählt wurden und woher diese Informationen stammen könnten, geht aus der Mitteilung der Polizei allerdings nicht hervor.
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In Ubstadt-Weiher erhielt ein 79-Jähriger am Dienstagvormittag den Anruf einer unbekannten Frau. Sie behauptete, seine Ehefrau und seine Tochter hätten eine schwangere Frau angefahren. Nur durch die Zahlung einer Kaution könne eine Untersuchungshaft verhindert werden.
Gegen 11.40 Uhr kam ein Mann zur Wohnung des 79-Jährigen in der Salzbrunnenstraße und nahm Bargeld in fünfstelliger Höhe entgegen. Der Abholer soll 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,85 Meter groß und gepflegt gewesen sein sowie dunkle Haare gehabt haben. Die Unterhaltung erfolgte laut Polizei auf Russisch.
Wenige Stunden später wurde eine 86-Jährige in Karlsruhe-Oberreut mit einer ähnlichen Geschichte getäuscht. Eine Anruferin behauptete, die Tochter der Seniorin habe ein Kind angefahren, das nun notoperiert werden müsse. Wieder wurde eine angebliche Kaution verlangt, um eine Untersuchungshaft abzuwenden.
Gegen 14.30 Uhr erschien ein Mann an der Anschrift in der Rudolf-Breitscheid-Straße und nahm ebenfalls Bargeld in fünfstelliger Höhe entgegen. Der Mann wurde als groß und etwa 40 bis 45 Jahre alt beschrieben. Er trug eine Schildmütze. Auch dieser Schockanruf wurde nach bisherigen Erkenntnissen auf Russisch geführt.
Für Familien mit älteren russischsprachigen Angehörigen ist deshalb wichtig: Ein Anruf in der vertrauten Muttersprache ist kein Hinweis darauf, dass die Geschichte glaubwürdig ist. Die Täter verbinden die bekannte Erzählung vom schweren oder tödlichen Verkehrsunfall eines nahen Angehörigen mit massivem Zeitdruck und der Forderung nach Bargeld oder Wertgegenständen.
Die Kriminalpolizei Karlsruhe rät, bei solchen Forderungen sofort misstrauisch zu werden und sich am Telefon nicht unter Druck setzen zu lassen. Betroffene sollen auflegen und selbst die 110 wählen. Die Rückruftaste sollte nicht benutzt werden. Persönliche und finanzielle Verhältnisse sollten am Telefon nicht genannt werden.
Die Kriminalpolizei Karlsruhe sucht Zeugen, die im Zusammenhang mit den beiden Geldübergaben verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise werden unter 0721 666 5555 entgegengenommen.
Weitere Präventionshinweise bietet die Polizeiliche Kriminalprävention.









