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CORONA | Was ist dran an Mythen zum Coronavirus?

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03.06.2020 | Falschnachrichten und Verschwörungsmythen machen auch in Zeiten des Coronavirus keine Pause. Das gefährdet im schlimmsten Fall Menschenleben. Daher haben wir wichtige Antworten und Hilfestellungen zum Erkennen von Falschnachrichten zusammengestellt.

Im Netz verbreiten sich Falschnachrichten und Verschwörungsmythen rasend schnell. Auch zum Coronavirus sind viele Fragen, die Zweifel schüren sollen und Mythen im Umlauf. Das ist gefährlich, denn sie verstärken bestehende Unsicherheiten und Ängste. Und sorgen möglicherweise sogar für einen zu sorglosen Umgang mit dem Virus. In unserem FAQ beantworten wir daher besonders oft gestellte Fragen und liefern Einschätzungen zu weit verbreiteten Mythen. Und helfen, Falschnachrichten in wenigen Schritten zu erkennen.

Wie kommen die Zahlen der Covid-19-Infektionen zustande?

Die Zahl der Erkrankten aus den täglichen Statistiken entspricht der Zahl der positiv getesteten Personen. 80 Prozent der Patienten zeigen einen leichten bis moderaten Verlauf, gegebenenfalls ist der Verlauf auch sehr milde mit nur einzelnen Symptomen. Ob Infektionen völlig symptomlos verlaufen können, kann nur durch Antikörpernachweise ermittelt werden. Diese sind allerdings noch nicht verfügbar. Entsprechende Tests werden derzeit entwickelt und werden anschließend in Studien zum Einsatz kommen. 

Ist das Virus gefährlicher als eine Grippewelle? Sterben nicht auch viele Menschen an Grippe? Warum gibt es da keine Schutzmaßnahmen?

Auch durch die jährlichen Grippewellen kommen Menschen zu Tode. Fakt ist: Das SARS-CoV-2 Virus verbreitet sich durch die längere Inkubationszeit langsamer als die Influenza, ist aber dafür ansteckender als die Grippe. Zudem gibt es weder einen Impfstoff noch wirksame Medikamente. Beides ist bei der Grippe der Fall. Hinzu kommt, dass es im Gegensatz zur Grippeerkrankung keine Grundimmunität der Bevölkerung gibt. Die Zahl der schweren Verläufe ist vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen und Älteren deutlich höher.

Die Zahl der Todesfälle hängt davon ab, welche Personengruppe besonders von Infektionen betroffen ist. Sind viele Risikopatienten (ältere Personen, Vorerkrankungen) betroffen, muss von einer höheren Anzahl an Todesfällen ausgegangen werden. In Deutschland sind bislang eher jüngere Personen betroffen, im Verlauf der Epidemie muss aber damit gerechnet werden, dass auch in Deutschland die Todeszahlen steigen.

Welche Faktoren haben Einfluss auf den Krankheitsverlauf?

Die derzeit verfügbaren Daten zeigen, dass ältere Personen und Patienten mit Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Ob gegebenenfalls weitere Faktoren eine Rolle spielen, wird sich in Studien zeigen. Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass die Luftverschmutzung oder ähnliche Faktoren einen Einfluss auf den Verlauf haben.

Auf welcher empirischen Basis treffen die Landesregierung und die Bundesregierung die Entscheidungen über Anti-Corona-Maßnahmen?

Die Bundesregierung und die Landesregierung steht in engem Austausch mit dem Robert Koch-Institut sowie Virologinnen und Virologen. Die derzeit verfügbare Evidenz fließt in die Entscheidungen zu notwendigen Maßnahmen ein. Alle Maßnahmen sind dabei zeitlich begrenzt. Bundestag und Landtage beschließen über die Maßnahmen, die durch Gerichte jederzeit überprüft werden können. Somit bleibt eine demokratische Kontrolle jederzeit gewahrt.

Fallen Masken für Mund und Nase unter das Vermummungsverbot?

Das Vermummungsverbot gilt nur bei Demonstrationen und Versammlungen mit Ausnahme des Karnevals, aber auch bei Autofahrern. Schutzmasken im Sinne des Infektionsschutzes fallen jedoch nicht darunter.

Werden einzelne Maßnahmen an religiösen Feiertagen gelockert?

Es kann weder für Ostern, Pessach oder Ramadan Ausnahmen geben. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat dies auch nochmal in einem Brief an die Gläubigen deutlich gemacht. Die allermeisten Geistlichen sowie Anhängerinnen und Anhänger der Weltreligionen und Weltanschauungen in unserem Land verhalten sich gesetzestreu und vernünftig. Auch islamische Würdenträger im In- und Ausland stellen sich explizit hinter die Empfehlungen der Weltgesundheits-Organisation (WHO) und die Vorgaben von Bund und Ländern.

„Hausmittel“ gegen Corona?

Leider schützen weder der Verzehr von speziellen Lebensmitteln oder Getränken vor einer Infektion, noch die Grippeschutzimpfung oder Antibiotika. Antibiotika ist bei Viren wirkungslos, da es nur bakterielle Infektionen bekämpft. Derzeit gibt es keine speziellen Medikamente zur Prävention und Behandlung. Die Forschung arbeitet aber mit Hochdruck daran, solche Medikamente zu entwickeln. Schützen kann man sich am besten durch gute Hygiene: regelmäßiges und ausreichendes Händewaschen, Husten- und Niesetikette beachten, Abstand zu anderen Menschen halten.

Im Internet gibt es immer wieder betrügerische Angebote für spezielle Nahrungsergänzungsmittel, die angeblich eine Wirkung gegen das Corona-Virus oder Covid-19 haben. Auch hier gibt es keinen Nachweis, dass diese Mittel wirken. In einigen Fällen wie bei MMS besteht sogar eine erhebliche Gesundheitsgefahr. Auch das Gurgeln mit Chlorbleiche ist lebensgefährlich und hilft nicht gegen das Virus. Nicht so gefährlich aber ebenso völlig wirkungslos ist das gurgeln mit stark alkoholhaltigen Getränken. Kaufen Sie generell keine medizinischen Produkte oder Produkte mit vermeintlich medizinischer Wirkung von dubiosen Anbietern im Internet oder an der Haustür.

Hat die Bundesregierung die Corona-Pandemie vorhergesehen?

Das Auftreten von neuen Erkrankungen ist ein natürliches Ereignis, das immer wieder vorkommen wird. Um auf künftige Pandemien besser vorbereitet zu sein, werden für denkbare Extremereignisse Risikoanalysen erstellt. Daher wurde 2012 vom Robert Koch-Institut und weiteren Behörden ein Pandemie-Szenario mit dem Erreger „Modi-Sars“ theoretisch durchgespielt. Die Auswahl erfolgte auf Grundlage der Erfahrungen mit den Coronaviren SARS-CoV und MERS-CoV, die unterschiedliche Gesundheitssysteme an ihre Grenzen gebracht haben. Das fiktive Szenario aus dem Jahr 2012 ist der aktuellen Covid-19-Pandemie (SARS-CoV-2) in vielen Punkten ähnlich. Unterschiede gibt es jedoch bei den Annahmen zur Risikogruppe, den Infektionswegen und der Sterberate.

Solche Risikoanalysen sind aber keine Vorhersagen. Bund und Länder proben immer wieder in theoretischen und praktischen Übungen Extremereignisse. So fand 2018 unter anderem in Baden-Württemberg eine Stabsübung zu einer fiktiven Gasmangellage statt. Erfahrungen aus solchen Szenarien helfen dabei, bei realen Ereignissen schnell und effektiv agieren zu können.

Falschmeldungen erkennen

Fast jeder, der aktuell im Internet unterwegs ist oder Social Media und Messenger-Dienste nutzt, kommt derzeit in Kontakt mit Falschmeldungen zu Corona. Ob weitergeleitete Sprachnachrichten, Links zu dubiosen Heilmitteln, überteuerter und wirkungsloser Schutzausrüstung, falschen Gesundheitstipps oder Videos mit Verschwörungsmythen über die Entstehung des Virus und seine Verbreitung. So ist SARS-CoV-2 keine „Biowaffe“ von Verschwörern, sondern natürlichen Ursprungs. Das Problem bei den Falschmeldungen: Besonders Nachrichten von Freunden oder aus dem Bekanntenkreis werden für besonders glaubwürdig gehalten. Daher ist es wichtig, unseriöse Nachrichten nicht weiterzuverbreiten.

Erst denken – dann klicken
Falschmeldungen werden von Privatpersonen oft nicht böswillig verbreitet, sondern weil die Menschen sich Sorgen machen. Im Zweifel wird jedoch genau das Gegenteil erreicht. Falschmeldungen führen nämlich häufig dazu, dass Verunsicherung geschürt oder Panik verbreitet wird. Je emotionaler eine Meldung ist, umso häufiger wird sie verbreitet. Umso wichtiger ist es, sich daran nicht zu beteiligen und Ruhe zu bewahren. Besser löschen, als weiterverbreiten.

Quellen prüfen
Es hilft immer, fragwürdige Nachrichten mit zwei weiteren Quellen zu vergleichen. Informieren Sie sich bei den offiziellen Portalen von Bund und Ländern sowie bei den Medienangeboten der öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender und seriösen Tages- und Wochenzeitungen.

Halten Sie sich in den sozialen Netzwerken zudem an verifizierte Accounts (erkennbar an dem blauen Haken) und sehen Sie sich das Impressum einer Website an. Es sollte eine für die Website-Inhalte verantwortliche Person und eine vollständige Anschrift umfassen, nicht nur zum Beispiel eine anonyme Email-Adresse.

Manipulierte Bilder lassen sich mit Hilfe der Bilder-Rückwärtssuche überprüfen: Das Bild oder die Internetadresse werden dazu in eine Suchmaschine hochgeladen und man bekommt angezeigt, woher das Bild stammt.

Faktenchecks nutzen
Einige staatliche und private Organisationen und auch manche öffentlich-rechtliche Medien beschäftigen sich damit, einzelne Falschmeldungen konkret zu überprüfen und richtig zu stellen. Das Thema „Corona“ nimmt dabei immer breiteren Raum ein. Zu den Fakten-Checkern gehören zum Beispiel:

Quelle: www.baden-wuerttemberg.de

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