Corona, Holzfigur, Symbol

CORONA | Gewaltige Herausforderung – Gesundheitsamt appelliert an jeden Einzelnen

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Karlsruhe | 16.10.2020

In einer Online-Pressekonferenz am Freitagmittag im Landratsamt Karlsruhe erörterten Landrat Christoph Schnaudigel, der Erste Landesbeamter Knut Bühler, der Leiter des Gesundheitsamtes Peter Friebel sowie dessen Stellvertreter und Leiter der Abteilung Infektionsschutz des Gesundheitsamtes Ulrich Wagner die Lage im Landkreis und mögliche Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Nachdem sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder auf eine einheitliche Regelung geeinigt haben, berichten die Vertreter des Landkreises Karlsruhe, welche Veränderungen damit einhergehen und welche Vorkehrungen und Maßnahmen das Gesundheitsamt schon vor Erreichen von Warn- und Schwellenwerten trifft, um die Bevölkerung zu schützen.

Kontaktpersonen anrufen sei „gewaltige Herausforderung“

Landrat Christoph Schnaudigel sah im Kontaktmanagement ein besonderes Kriterium, dass es zu beachten gilt. „Das entscheidet darüber, ob es uns gelingt, die Pandemie weiter im Griff zu behalten.“ Dass die 7-Tage-Inzidenz in der Diskussion stehe, räumte er ein. Insgesamt sind derzeit 2.630 Fälle im Stadt- und Landkreis zu verzeichnen. Davon beträgt die Anzahl der Genesenen 2.124 Personen, infiziert sind 401 Personen und 105 Todesfälle sind zu beklagen. Der Kurvenverlauf der gemeldeten Infektionsfälle bricht an den Wochenenden ein, da hier nicht oder wenig getestet wird.

Ouelle: Landratsamt Karlsruhe

 

„Wenn die Infektionen steigen, steigen auch die Kontaktpersonen exponentiell“, führte der Landrat weiter aus. So wurden in der 36. Kalenderwoche 385 Kontaktpersonen gezählt. Gestern seien es schon 1.314 Personen gewesen, nächste Woche rechnete das Gesundheitsamt mit 2.000 Kontakten. Die alle telefonisch zu kontaktieren sei „eine gewaltige Herausforderung“. Erster Landesbeamter Knut Bühler wies darauf hin, dass die gesamte Kreisverwaltung ab Montag im Krisenstab-Modus arbeiten werde, um auch unter hohem Druck schnell Entscheidungen treffen zu können und sie unverzüglich umzusetzen.

 

Quelle: Landratsamt Karlsruhe

 

 

Breite Mitarbeiterbasis nötig – auch Bundeswehr angefordert

Peter Friebel, der Leiter des Gesundheitsamtes, beschäftigt sich mit seinem Team seit dem Sommer mit der Entwicklung eines Konzeptes für das neue Sachgebiet COVID-19 und „wie man das Gesundheitsamt am besten aufstellt“. Allein 83 Mitarbeiter wurden dafür abgestellt. Zum Vergleich: Im normalen Betrieb umfasst das komplette Gesundheitsamt 120 Mitarbeiter. Andere gesundheitliche Aufgaben, die ebenfalls nicht warten können, müssen parallel weiterlaufen.

„Um eine breite Basis an Mitarbeitern zu haben, haben wir auch die Bundeswehr angefordert. Wir nehmen das Angebot gerne an.“ Zehn Soldaten werden ab Mitte nächster Woche in der Nachverfolgung der Kontaktpersonen zum Einsatz kommen.

Friebel warnt vor der Oberkante

Angesichts der außergewöhnlichen Arbeitsbelastung mache er sich ernsthafte Sorgen um sein Team, das er an Bord habe, so Friebel. „Jeder Tag ist anders, viele Probleme stellen sich mit Dynamik ein und die Kontaktverfolgung muss gesichert sein.“ Ganze Teams kümmerten sich um Schulen oder Altersheime, gingen gezielt einzelne Themen an wie das Lüften, aber : „Alles ist endlich. Es gibt eine Oberkante. “

400 Anrufe am Tag – je 15-20 Minuten Dauer

Friebels Stellvertreter, der Leiter der Abteilung Infektionsschutz, hob ergänzend hervor, dass wenn beispielsweise ein Kind betroffen ist, davon gleich 35 Mitschüler ebenfalls tangiert werden. Ein Anruf dauerte etwa 15 bis 20 Minuten, weil „die Menschen viele Fragen und Sorgen haben“. Es gäbe Tage, wo bis zu 400 Anrufen zu bewältigen seien. „Deshalb befürworten wir die Maske aktiv in den Schulen zu tragen. Die Maßnahme ist richtig – unabhängig von der Inzidenz-Zahl.“ So könne die Infektionskette an vielen Stellen unterbrochen werden.

Standen der Presse Rede und Antwort (v.l.n.r.): Stellv. Gesundheitsamtsleiter Dr. Ulrich Wagner, Gesundheitsamtsleiter Dr. Peter Friebel, , Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Erster Landesbeamter Knut Bühler

 

Bei Beschluss „Pflöcke eingerammt“

„Bei dem Beschluss wurden Pflöcke eingerammt“, so Knut Bühler zu den Regelungen auf die sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten geeinigt haben. Bei einer Inzidenz 35 sehen sie die Maskenpflicht im öffentlichen Raum vor und überall da, wo enger und andauernder Kontakt zu anderen herrscht. Feiern im öffentlichen Raum dürfen höchstens 25 Teilnehmer, im privaten Raum höchstens 15 Teilnehmer haben. Für die Gastronomie können die Ordnungsämter Sperrstunden verhängen und zusätzliche Auflagen und Kontrollen vornehmen, bei Veranstaltungen können Teilnehmerzahlen begrenzt werden.

Was folgt bei Inzidenzwert von 50 und mehr?

Ab der Inzidenz 50 gilt eine erweiterte Maskenpflicht. Veranstaltungen dürfen dann maximal 100 Teilnehmer haben, sofern ein abgestimmtes Hygienekonzept vorliegt. Bei Feiern im öffentlichen Raum sind höchstens zehn Teilnehmer erlaubt, die gleiche Zahl gilt auch bei Feiern im privaten Raum, wobei dann nur Personen aus maximal zwei Hausständen zusammenkommen können. Für die Gastronomie gilt ab 23.00 Uhr die Sperrstunde sowie ein Außenabgabeverbot von Alkohol.

Sehen Sie hierzu auch unser tagesaktuelle Statistik für den Landkreis:

CORONA-FALLZAHLEN, Fr. 16.10. | 66 Neu-Infektionen. 25 Genesene.

Hotspot-Strategie und Weihnachtsmärkte

Unter dem Begriff „Hotspot-Strategie“ gilt ab der Inzidenz 50 eine erweiterte Maskenpflicht. Veranstaltungen dürfen dann maximal 100 Teilnehmer haben, sofern ein abgestimmtes Hygienekonzept vorliegt. Bei Feiern im öffentlichen Raum sind höchstens zehn Teilnehmer erlaubt, die gleiche Zahl gilt auch bei Feiern im privaten Raum, wobei dann nur Personen aus maximal zwei Hausständen zusammenkommen können. Für die Gastronomie gilt ab 23.00 Uhr die Sperrstunde sowie ein Außenabgabeverbot von Alkohol. Darüber hinaus sollten Reisen in Risikogebiete unterlassen werden.

Zum Abhalten der Weihnachtsmärkte bemerkte der Landrat, dass sie „wenn überhaupt, nur in abgespeckter Form stattfinden“. Gleiches gälte für Neujahrs- und Faschingfeiern. Ulrich Wagner ergänzte, dass Handwerkerstände, die einen Weihnachtsmarkt prägen, pandemisch „gut organisierbar“ werden. Bei Glühweinständen sah er gleichwohl hohes, kritisches Potential: „Mit Maske kann man nicht trinken und nach zwei bis drei Gläsern ändern sich die Umgangsformen.“ Peter Friebel ergänzte: „Lautes Reden ist ein Übertragungsweg“. Gleichviel gälte es auch hier die „politischen Entscheidungen abzuwarten“.

Ab Montag Maskenpflicht in Schulen

Im Moment gelte noch die Pandemiestufe 2. Unabhängig davon, ob landesweit die Inzidenz 35 sieben Mal überboten wird, kann das Land die dritte Stufe ausrufen. Noch während der Pressekonferenz wurde vom Kultusministerium bekannt, dass die 35er-Schwelle überschritten sei und daher ab Montag ab Klasse 5 die Maskenpflicht gilt und das Land die Pandemiestufe 3 ausrufen wird.

(Text: Landfunker/Jürgen Hotz)

 

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