fbpx

CHECKED | Sie fragen, WILLI antwortet

Bereits 2 x geteilt!
Bitte hilf uns, den Beitrag weiter zu verteilen. Danke!

Icon-Stadtmagazin WILLIThema heute: Warum stehen Hinweisschilder an den Feldern der Umgebung?
Andreas aus Ubstadt hat uns Fotos von Hinweisschildern geschickt, die er in der näheren Umgebung Bruchsals bei seinen „Corona-Spaziergängen“ auf den Feldern entdeckt hat. Andrea Bacher-Schäfer hat für WILLI abgecheckt:

Die Kampagne „Natürlich CO2 binden“ soll dabei helfen, den zusätzlichen Nutzen der Lebensmittelproduktion auf landwirtschaftlichen Nutzflächen in den Fokus von Politik und Gesellschaft zu rücken. Die Landwirtschaft hat mit dem Pflanzenbau ein mächtiges Regulierungsinstrument für den CO2-Kreislauf und die Sauerstoffproduktion in der Hand. Da Zahlen für den gesamten Prozess bisher kaum berechnet wurden, konnten sie auch nicht mit der Bevölkerung kommuniziert werden. Grundsätzlich ist folgendes festzustellen. Es gibt seit Urzeiten einen Kreislauf: Mensch und Tier atmen die „Luft zum Atmen“ ein. Diese enthält gewöhnlich 21 Prozent Sauerstoff. Beim Ausatmen atmen wir als Restluft nur noch ca. 17 Prozent Sauerstoff aus. Unsere „Ausatmungsluft“ enthält dafür aber dann ca. 4 Prozent CO2. Die Pflanzen „atmen auch“ – sie entnehmen der Luft CO2, binden den Kohlenstoff in das Pflanzengewebe ein und „atmen“ Sauerstoff aus. Somit ergänzen sich Pflanzen mit anderen Lebewesen, indem der eine das Gas zum Überleben für den anderen liefert.

Pro Hektar Weizen werden pro Jahr etwa 6.000 kg Sauerstoff an die Atmosphäre abgegeben. Das sind 60 kg Sauerstoff aus einer Fläche von nur 100 m², also 10 m x 10 m Acker. Diese 60 kg Sauerstoff reichen einem Menschen 90 Tage lang zum Atmen! Nicht nur der brasilianische Regenwald allein ist für die Sauerstoffproduktion der Welt zuständig. Er wird oftmals als die Lunge des Planeten bezeichnet. Vernachlässigt wird hier, wieviel Sauerstoff aus der Landwirtschaft vor unseren Dörfern und Städten an die Atmosphäre abgegeben wird. Laut Umweltbundesamt werden 81 Prozent der Fläche Deutschlands forst- und landwirtschaftlich genutzt. Von diesen 81 Prozent der Fläche stammen nur rund 7 Prozent unserer gesamten Treibhausgasemissionen. Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen haben einen Flächenanteil von 14 %. Davon stammen 93 % unserer Treibhausgasemissionen.

Vergleich von CO2-Ausstoß und CO2-Bindung bei einem Flug von Frankfurt nach Lissabon:

Eine Flugreise über 2.300 km setzt für einen einzigen Fluggast ca. 1.000 kg CO2 aus fossilen Energieträgern frei. Genau mit diesem Äquivalent an CO2 lässt sich – bei gesamtheitlicher Betrachtung inklusive Maschinen, Bearbeitung, Dünger, Pflanzenschutz und Ernte – ein ganzer Hektar Weizen produzieren. Im Bundesdurchschnitt sind das 7.800 kg reiner Weizen. Aus diesen 7.800 kg Weizen kann man etwa 6.000 kg Mehl mahlen. Aus diesem Mehl entstehen dann rund 9.600 kg Teig, womit man ca. 8.000 kg Brot backen kann.

Der „CO2-Input“ für die Bestellung eines konventionellen Ackers beträgt annähernd 1.000 kg CO2 je Hektar. Das stammt derzeit noch weitgehend aus fossilen Quellen. Dabei ist die gesamte Kette berücksichtigt. Herstellung von Landmaschinen, Düngemitteln, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung, Diesel, Ernte des Bestandes etc. Dieser „CO2 Input“ ist der „fossile Preis“ unserer Ernährung. Ohne diesen Input keine Nahrungsmittel für die Weltbevölkerung.

CO2-Bindung auf dem Acker

Weiterführende Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten:
www.co2-acker.de
www.agfdt.de

WILLI checkt ab!

Haben auch Sie  einen Fall, den WILLI checken soll?  Na dann mal her mit der Mail an:
medien@egghead.de

Text: Andrea Bacher-Schäfer
Fotos: Andreas aus Ubstadt

Aus RegioMagazin WILLI 8/20

Siehe auch

WETTER | Spätsommer geht auf Tauchstation – Herbst lässt seine Muskeln spielen

23.09.2020 | Dem außergewöhnlich warmen Septemberwetter geht jetzt die Puste aus. Am Wochenende sind statt …

SPARKASSE KRAICHGAU | Jetzt noch Corona-Helden der Region vorschlagen

Bis zum 15. Oktober sucht die Sparkasse Kraichgau noch Einzelpersonen, Gruppen oder gemeinnützige Vereine, die …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.