Kirche für Bruchsal im Gewerbepark
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BRUCHSAL :: Swinging church – Kirche für Bruchsal

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Nein, Berührungsängste haben sie nicht, die Leute aus der Kirche für Bruchsal (KfB). Ihre „Kirche“ ist eine Gewerbehalle in der Industriestraße, gleich hinter einem Swingerclub. Kirche und Club im selben Gebäude, enger geht die Verbindung zur „Welt“ kaum. Viele der Gottesdienst- und Gemeindebesucher in der KfB haben schon lange keine Kirche mehr von innen gesehen– doch hier wollen sie Kirche neu erleben; auf Einladung von Freunden, aus einer verzweifelten Situation heraus, wegen persönlicher Nöte, aus Überzeugung.

„Wir haben hier eine ganz bunte Gruppe, die sich zum Gottesdienst und zu unseren anderen Veranstaltungen trifft“, sagt Daniel Krug, der Pastor der evangelischen Freikirche. „Wir bieten Seminare an, um die Bibel besser kennen zu lernen, wir machen Filmabende und auch mal gemeinsame Ausflüge.“ „Kirche für Bruchsal“ sieht sich nicht als alleinige Kirche für Bruchsal. Die Verantwortlichen wollen Teil der Christen und Kirchen in Bruchsal sein, mit einer Botschaft für die Menschen in dieser Stadt.

Rockig und modern: Die Musik in den Gottesdiensten macht die Band
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„Wie muss Kirche heute sein, damit auch die Menschen gerne dorthin gehen, die sich nicht mehr für Gott interessieren?“ Diese Frage hat Daniel Krug und die Menschen, die sich mit ihm auf den Weg gemacht haben, bei der Gründung bewegt. Muss man sich dazu in die Nähe eines Swingerclubs begeben? „Für Jesus gab es kein Tabu“, sagt Daniel Krug. „Er war mittendrin und hat niemanden ausgeschlossen, ‚Sünder‘, Prostituierte, Steuereintreiber, Aussätzige, Verachtete und Angesehene, Arme und Reiche und viele andere.“ Die KfB hat eine Vision. „Kirche ist mehr als ein Gebäude oder eine Vielzahl von Veranstaltungen“, sagen sie.

„Kirche ist dort, wo Menschen die Gegenwart Gottes erleben und erkennen, dass Gott für uns ist und nicht gegen uns.“

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Sie verstehen „Kirche“ als eine Gemeinschaft und nicht als ein Gebäude oder eine Institution. „Deswegen sagen wir auch Kirche FÜR Bruchsal“, sagt Daniel Krug. „Wir wollen positiv wirken, pro und nicht contra. Wir wollen für Jesus werben.“ Werbend sind vor allem die gut besuchten Gottesdienste und die Gemeinschaft. Eine Band rockt zu den modernen Liedern. Der Pastor selbst spielt die Gitarre. Wenig später steht er am Pult und predigt. Er predigt aus dem Leben und die Zuhörer bekommen Impulse für ihren Alltag. Daniel Krug hat eine theologische Ausbildung und arbeitet bei DHL.

Einen hauptamtlichen Pastor kann sich die KfB zurzeit nicht leisten. So verdient er seine Brötchen woanders und bleibt in Kontakt mit dem „wirklichen Leben“. 50 bis 60 Personen kommen jeden Sonntag in den kinoähnlichen Saal. Es ist ein Multifunktionsraum für die verschiedenen Veranstaltungen der Gemeinde. Daneben gibt es noch einen Raum für Krabbelkinder und ihre Eltern mit Übertragung des Gottesdienstes und einen Raum für das Kinderprogramm während der Predigt. Die Kirche wächst und kommt an ihre Kapazitätsgrenzen. „Wir suchen eine neue Location, wo wir unsere Vision für Bruchsal besser umsetzen können“, sagt Krug. „Es soll ein Begegnungszentrum sein. Ein Zentrum, wo sich die Menschen begegnen und wo die Menschen Gott begegnen.“ Dort soll es Angebote für Kinder und Jugendliche geben, Treffpunkte für

Pastor Daniel Krug: Predigen aus dem Leben, für das Leben
Pastor Daniel Krug: Predigen aus dem Leben, für das Leben

Erwachsene, einen Bistro-Bereich und Möglichkeiten, Sport zu treiben sowie Musik zu machen. Und wie wird das Ganze finanziert? Allein von freiwilligen Spenden der Menschen aus der Gemeinde und von Freunden.

Kirche für Bruchsal kennt keine Mitgliedschaft mit „Brief und Siegel“. „Mitgliedschaft bei uns ist eine Haltung“, sagt der Pastor. „Was es bedeutet, dazu zu gehören, wird in einem eigenen Seminar klar kommuniziert. Fakt ist: Jeder KfB‘ler ist Mitarbeiter.“ Mitwirken können alle in dieser Gemeinde, als Handwerker oder Gruppenleiter, als Kinderbetreuer oder an der Theke in der Welcome Lounge, in der Technik oder in der Band. KfB hat keinen „Guru“, der über alle und alles bestimmt. Seine Meinung sagen und an der Vision mitwirken kann jede Frau und jeder Mann im monatlichen KfB-Forum, wo die innere Ausrichtung der Gemeinde erfolgt. Kirche für Bruchsal hat Türen, die offen sind für Neue und Neugierige; Türen, die auch offen sind, wenn man wieder gehen will.

Text & Bilder: Martin Stock