Beeindruckende Historie: Im Steinbach Bauzentrum in Bruchsal kann man 2020 einen 95., einen 60. und einen 45. Jahrestag feiern. Zweiter von rechts ist Geschäftsführer und Inhaber Volker Hillenbrand.

Bruchsal | Jubiläumsjahr für das Steinbach Bauzentrum

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27.04.2020 | Für das Steinbach Bauzentrum ist 2020 ein ganz besonderes Jahr: Vor 60 Jahren gründete Irmgard Hillenbrand eine Baustoffhandlung, Namensgeber Gustav Steinbach eröffnete sein Geschäft vor 95 Jahren und vor 45 Jahren entstand der Neubau am heutigen Standort

Eine starke Frau war die Firmengründerin Irmgard Hillenbrand (1933 – 2015).

Bruchsal. Auf eine ungewöhnliche Häufung von Jahrestagen kann das in Bruchsal ansässige Steinbach Bauzentrum in 2020 zurückblicken: Vor 60 Jahren gründete die Mutter des heutigen Geschäftsführers, Irmgard Hillenbrand, eine Baustoffhandlung. Vor 95 Jahren eröffnete Namensgeber Gustav Steinbach seinen Betrieb, den er 1964 an die Hillenbrands verkaufte. Und vor 45 Jahren schließlich zog das Familienunternehmen in einen Neubau am heutigen Standort um.

Geschichtlich gesehen hat die traditionsreiche Bruchsaler Firma Steinbach zwei Wurzeln: Über die ältere Entwicklungslinie ist so gut wie nichts mehr bekannt. Belegt ist lediglich, dass ein gewisser Hans Springer im Jahr 1925 in der Werner-von-Siemens-Straße 53 einen Baumaterialienvertrieb ins Leben gerufen hat. Neun Jahre später verkaufte er sein Unternehmen an Gustav Steinbach, der den Betrieb unter der Firmierung „Bruchsaler Baumaterialien-Vertrieb Gustav Steinbach“ unverändert weiterführte. Die folgenden drei Jahrzehnte verschwinden wieder im Dunkel der Geschichte.

Die zweite Wurzel des Steinbach Bauzentrums liegt 1960 knapp 20 Kilometer von Bruchsal entfernt Richtung Bretten im kleinen Ort Jöhlingen, der heute zur Gemeinde Walzbachtal gehört. Ein Jahr nach der Geburt des aktuellen Steinbach-Geschäftsführers Volker Hillenbrand richtete sich dessen 1933 geborene Mutter Irmgard (siehe Foto) im landwirtschaftlichen Anwesen ihrer Eltern ein Büro ein und begann, was für eine Frau zur damaligen Zeit sehr ungewöhnlich war, neben der Familie her mit Baustoffen zu handeln. Ihr kaufmännisches Wissen hatte sie während einer Ausbildung und im Verkauf einer Nähmaschinenfabrik erworben.

„Meine Mutter war eine starke Frau, für die das Geschäft Priorität hatte“, betont Volker Hillenbrand, der seit nunmehr 28 Jahren die Geschicke der Firma Steinbach als Inhaber und Geschäftsführer leitet. Vater Alfred Hillenbrand, der 1929 ebenfalls in Jöhlingen geboren wurde, hatte sich schon Jahre zuvor mit einem eigenen Lastwagen als Fuhrunternehmer selbständig gemacht. Bald nachdem die Mutter den Handel von Zementsäcken, Tonrohren, Hohlblocksteinen und Schüttgut wie Sand und Kies aufgenommen hatte, fuhr er nur noch Waren im Auftrag seiner Frau.

In der Wiederaufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde rege gebaut. Baustoffe waren überaus gefragt. Das kleine Handelsunternehmen florierte. Der Vertrieb war damals allerdings räumlich noch sehr begrenzt und beschränkte sich auf lediglich ein paar Orte rings um Jöhlingen herum. Die von den Kunden bestellten Waren holte der Vater mit dem Lkw bei den Herstellern ab und lieferte sie direkt auf die Baustellen. Im Hof des alten landwirtschaftlichen Anwesens existierte nur ein sehr bescheidenes Zwischenlager.

Neubau vor 45 Jahren am heutigen Standort

1964 verknüpfen sich die beiden Entwicklungslinien: Steinbach verkaufte seinen genau 30 Jahre zuvor gegründeten, gut laufenden Betrieb mit vier Mitarbeitern an die Hillenbrands. Diese zeigten mit der gewaltigen Investition Mut, gaben ihren alten Betrieb in Jöhlingen für das größere und besser gelegene Unternehmen in Bruchsal auf und zogen in die Stadt um. Die in der Folge von Irmgard und Alfred Hillenbrand gemeinsam geführte Baustoffhandlung nahm in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre einen enormen Aufschwung.

Die Möglichkeiten für weiteres Wachstum waren in der Werner-von-Siemens-Straße sehr begrenzt. Das umfangreiche Sortiment der aufstrebenden Baustoffhandlung konnte dort schon bald nicht mehr optimal angeboten werden. Erschwerend kam hinzu, dass für die Kunden nur begrenzt Parkplätze bereitstanden. Dies alles führte dazu, dass die Hillenbrands nur wenige Jahre nach dem Kauf den weitreichenden Entschluss fassten, ihren Betrieb komplett vor die Tore der Stadt in das damals neu erschlossene Gewerbegebiet auszulagern und gleichzeitig deutlich zu erweitern.

Seit 1975 ist das Steinbach Bauzentrum im Gewerbegebiet von Bruchsal angesiedelt. Das Foto zeigt den damaligen Neubau.

Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum eröffnete die Baustoffgroßhandlung 1975 in einem Neubau auf einem sechs Mal so großen Gelände wie zuvor. Mit der Adresse „Im Wendelrot 9“ lag der Betrieb nun in unmittelbarer Nähe der Autobahn A5 und der Bundesstraße B35 verkehrstechnisch optimal. Auf dem 7.500 Quadratmeter großen Grundstück hatten die Hillenbrands eine runde Million Deutsche Mark investiert: Entstanden waren eine große Lagerhalle, ein Freilager und ein modernes, zweigeschossiges Büro- und Wohngebäude mit Verkaufs- und Ausstellungsraum (siehe Foto).

Die Erweiterung 1992 und die Filiale im Kraichtal

17 Jahre nach dem Neubau eröffnete Steinbach 1992 eine umfangreiche Erweiterung des Geschäfts: In anderthalb Jahren Bauzeit hatte man die halboffene Lagerhalle zur heutigen Ausstellungs- und Verkaufshalle mit Fachmarkt und Verkaufstheke umgebaut. Daran anschließend wurde eine neue, noch größere Lagerhalle mit einem ausladenden, überdachten Vorbau errichtet. Das Büro- und Wohngebäude stockte man auf und richtete im unteren Stockwerk eine Fliesen-Ausstellung ein.

1997 gründete Steinbach in Münzesheim eine Filiale, um von dort aus Kunden bis Sinsheim im Norden und Bretten im Süden zu bedienen. Auf 4.500 Quadratmetern Betriebsfläche verfügt der heute von drei Mitarbeitern betreute Standort über den Luxus von vier aneinandergereihten Hallen. Besonders erfolgreich weiter wachsen konnte Steinbach ab 2005. 2011 konnte das Unternehmen das Gelände eines direkt angrenzendes Betonwerks kaufen, wodurch die Betriebsfläche nochmals auf heute 14.500 Quadratmeter anstieg.

2015 entschied man sich für eine Rund-um-Modernisierung des Bauzentrums. Im Verlauf eines Jahres erweiterte Steinbach seine Lagerkapazität, erneuerte den Beratungs- und Verkaufsbereich, den Fachmarkt und alle Ausstellungen. Zugleich wurden zehn neue Arbeitsplätze im Verkauf geschaffen. Bis heute ist das Bauzentrum in Bruchsal konkurrenzlos. Mit 48 Mitarbeitern weist die älteste und größte Baustoffhandlung der Stadt aktuell ihren höchsten Mitarbeiterstand auf. „Unser Einzugsgebiet reicht heute bis Karlsruhe und entlang der Autobahn A5 bis hinauf nach Heidelberg und Mannheim“, betont der Geschäftsführer.

Philipp Handel verstärkt die Geschäftsführung des Steinbach Bauzentrums

Im Zug einer Nachfolgeregelung hat der 37-jährige Kaufmann Philipp Handel Anfang des Jahres als weiterer Geschäftsführer bei Steinbach begonnen. Er unterstützt Volker Hillenbrand in der Geschäftsleitung der florierenden Baustoff- und Fliesenfachhandlung. Der neue Geschäftsführer ist Diplom-Betriebswirt (WA) und wird gezielt als Nachfolger von Hillenbrand aufgebaut.

Handel ist seit zwölf Jahren in Vertriebs- und Führungspositionen in der Baustoffbranche tätig. Zuletzt war er seit Anfang 2018 Leiter eines Baustoff-Filialisten mit knapp zwanzig Mitarbeitern in Bellheim in der Pfalz. Davor hatte er vier Jahre lang als Stellvertretender Niederlassungsleiter an einem weiteren Standort in Bühl Verantwortung getragen.

Der neue Geschäftsführer ist in Nagold geboren und lebt heute in Karlsruhe. Fachlich hat er sich vom Spezialisten für Ausbau, Putze und WDVS zum Baustoff-Generalisten weiter entwickelt. „Ich freue mich auf die herausfordernde Aufgabe bei Steinbach“, erklärt er.

Bilder: Steinbach-Bauzentrum

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