Suchtstation
Michael Bolek, Amtsleiter für Grundsatz und Soziales im Landratsamt Karlsruhe und Petra Müller, Stellvertretende Leiterin der Fachstelle Sucht

Bruchsal | Hilfe für Suchtkranke

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Icon-Stadtmagazin WILLI Reportage | Versorgungslücke macht Wiedereröffnung notwendig

Aus RegioMagazin WILLI 05/18

Es ist eine chronische Erkrankung, die in der Gesellschaft kaum auf Toleranz trifft – die Drogensucht. Dies stellt ein großes Problem dar, denn wer aus der Sucht ausbrechen will, braucht Unterstützung. Eine Möglichkeit der Therapie ist die Drogenersatztherapie, bei welcher hauptsächlich Methadon als Drogenersatzmittel von Ärzten verabreicht wird.

Jedoch wurde diese Therapiemöglichkeit den Suchtkranken in Bruchsal im Juni 2016 mit Schließung der Fachambulanz der Malteser genommen. Nun wird über die Wiedereröffnung einer Substitutionsambulanz in Bruchsal diskutiert. Die Planungen nehmen Formen an.

Wer in Bruchsal bei Abhängigkeitsproblemen Hilfe sucht, findet sie in der Fachstelle Sucht des „bwlv.“. Hier wird beraten und behandelt, allerdings kann seit der Schließung der Substitutionsambulanz keine Drogenersatztherapie mehr angeboten werden und gerade diese Therapiemöglichkeit bietet hohe Erfolgschancen und einen Gewinn für die Gesellschaft.

Ärzte und Therapeuten verschreiben bei dieser Therapie das Ersatzmittel Methadon, was im Gegensatz zu Heroin die massiven Krankheitserscheinungen vermeidet und nebenbei durch das Verabreichen die Beschaffungskriminalität eindämmt.

In jedem Stadium der Sucht kann Patienten mit einer Drogenersatztherapie geholfen werden. Derzeit werden nur 40 bis 50 Substituierte von einem Bruchsaler Arzt behandelt. Bis zu 160 weitere Opiatabhängige in Bruchsal würden von der Wiedereröffnung einer Substitutionsambulanz profitieren, weiß Petra Müller, Stellvertretende Leiterin der Fachstelle Sucht.

Im Landkreis stieg die Zahl der Opfer durch Drogenkonsum im vergangenen Jahr von 6 auf 9 Todesfälle an. Petra Müller betont, dass dies durchaus mit der Schließung der Fachambulanz der Malteser zusammenhänge, da Patienten für ihre tägliche Dosis an Methadon zurzeit bis nach Heidelberg oder Karlsruhe fahren müssen.

„Für schwerkranke Patienten ist es schwierig so weite Wege auf sich zu nehmen und Opiatabhängige sind oft psychisch und körperlich so krank, dass eine alternative Therapiemöglichkeit nicht infrage kommt“, erklärt Petra Müller.

Im Juni 2016 habe die Refinanzierung über die kassenärztliche Vereinigung in der Fachambulanz der Malteser bei der Zahl der dort behandelten Suchtkranken nicht mehr ausgereicht und der Betrieb habe nicht mehr sichergestellt werden können, meint Michael Bolek, Amtsleiter für Grundsatz und Soziales im Landratsamt Karlsruhe.

Nun steht vor allem das PZN in Wiesloch im Zentrum der Planungen zur Wiedereröffnung einer Substitutionsambulanz in Bruchsal.

„Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden (PZN) hat sich bereit erklärt zu prüfen, ob die Eröffnung einer Ambulanz bezüglich der Kosten und Räumlichkeiten möglich wäre“, berichtet Michael Bolek.

Er betont die Wichtigkeit der Unterstützung durch das PZN, denn ein großes Problem bestehe auch durch den altersbedingten Wegfall vieler Substitutionsärzte im Landkreis.

In einer neuen Ambulanz in Bruchsal solle Platz für 40 bis 60 Patienten geschaffen werden, allerdings gibt es noch keine festen Beschlüsse zu einer Wiedereröffnung.

Petra Müller hält eine Substitutionsambulanz in Bruchsal für „absolut sinnvoll“, denn je besser Suchtkranke ärztlich und psychosozial versorgt seien, desto weniger Probleme würden auch im öffentlichen Bereich auftreten, da krimineller Drogenhandel reduziert würde.

bw-lv Fachstelle Bruchsal
Hildastr. 1
76646 Bruchsal
Telefon: 07251-9323840

Text und Bilder: Sophia Gehr

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