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Hängeseilbrücke | Saalbachtalal

Bruchsal | Hängeseilbrücke übers Saalbachtal

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Nach dem Baubeginn in der Bahnstadt, nach der Bauankündigung für das neue Feuerwehrhaus, nach der verkehrstechnischen Umgestaltung im Bahnhofsareal und vieler Maßnahmen in Richtung radfahrerfreundliche Stadt, folgt nun ein weiterer, echter Höhepunkt in der Entwicklung Bruchsals. Und das sogar im doppelten Sinn.

Aus dem RegioMagazin WILLI 03/18

„Getragen wird das imposante Bauwerk von nur zwei Brückenköpfen an den jeweiligen Talrändern. Man wird also komplett ohne den Bau von Stützen beziehungsweise Brückenpfeilern auskommen“, erläutert Bürgermeister Andreas Glaser die durchdachte Planung. In sein Dezernat, dem Bau und Vermessungsamt, wurde in den letzten Wochen mit Hochdruck an dem Projekt gearbeitet, denn man will in der prosperierenden Stadt Bruchsal auch ein touristisches Highlight vorweisen können.

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Cornelia Petzold-Schick | Oberbürgermeisterin von Bruchsal
Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick gab die sensationelle Neuigkeit bekannt

Die Investitionssumme werde rund 1,2 Millionen Euro betragen, rund 800.000 Euro davon stammen aus Förderungen des Landes Baden-Württemberg und dem Europäischen Förderprogramm LEADER. Rund 200.000 Euro kommen vom Verbund Kraichgau-Stromberg, 100.000 Euro steuert die Bundeswehr bei, da sie die Brücke zu Übungszwecken nutzen kann und für die restlichen 100.000 Euro habe man Sponsoren gefunden, die an den Eingängen ihre Werbung platzieren dürfen. „Der städtische Haushalt wird nicht beansprucht“, sagt Bürgermeister Andreas Glaser mit Nachdruck, denn er ist als Stadtkämmerer in Personalunion ja auch für die Finanzen der Stadt Bruchsal zuständig.
Der Zugang für die neue Tourismus-Attraktion in Bruchsal wird vom Auweg aus bzw. von der einen Seite aus dem Gewann Niesmer möglich sein. Der Standort hier sei ideal, weil sich die Hängebrücke so gut in die Infrastruktur des bestehenden Naherholungsgebietes einfügen lasse, sagte die Oberbürgermeisterin.

Tourismus-Attraktion vom Scheelkopf zum Eichelberg

„Die Hängebrücke wird so quasi zu einer alternativen Route für die, die es halt ein bisschen „luftiger“ mögen.“ Ein echtes Abenteuer wird der Gang über eine solche Hängebrücken in jedem Fall: Gehalten nur durch vier, allerdings extrem stabile, stählerne Tragseile ist die Konstruktion auch Wind und Wetter ausgesetzt und schwankt natürlich beim Begehen unter den Füßen.
Apropos „unter den Füßen“: man wird später auf der Hängebrücke über einen grobmaschigen Gitterboden laufen, der den freien Blick nach unten zulässt. Nach links und rechts sichert feinerer Maschendraht gegen die Schwerkraft. „In der Bewegung wirkt die filigrane Konstruktion aber als wäre da rein gar nichts um einen herum – und man liefe quasi in der Luft“, berichtet ein Vertreter des mit der Ausführung beauftragten Ingenieurbüros Hoch & Weit aus Pinneberg. Die Passage einer solchen Hängebrücke sei aber jederzeit absolut sicher.

Bruchsals Bürgermeister Glaser präsentierte den Querschnitt eines Stahlseils. Vier dieser extrem stabilen Seile sollen zum Einsatz kommen.

Den weiteren Zeitplan gab die Bruchsaler Verwaltung auch gleich bekannt: Bereits am vergangenen Dienstag hat der Gemeinderat von Bruchsal einen sogenannten „Letter of Intend“ als formale Absichtserklärung für das Projekt unterzeichnet. Nun geht es daran, die komplette Planung für das Projekt realisationsreif zu entwickeln und den Genehmigungsbehörden vorzulegen, wobei Bürgermeister Andreas Glaser davon ausgeht, dass es für das Projekt eventuell nur einer „einfachen Genehmigung“ bedarf, nicht eines komplett neuen Bebauungsplanverfahrens.
Es könne durchaus sein, dass das Hängebrücken-Projekt in Bruchsal das Schwester-Projekt in Bad Wildbad in der Realisationsphase noch überholen könnte. „Wir hoffen, dass wir am 1. April 2019 gemeinsam über die neue Brücke gehen werden können“, sagen Cornelia Petzold-Schick und Andreas Glaser und strahlen um die Wette über diese sensationelle Neuigkeit. Das Vorhaben werde sich perfekt in die langfristigen Entwicklungsplanungen für den touristischen „Hotspot“ Bruchsal einfügen. Auch aus Sicht des Umwelt- Natur -und Artenschutzes rechnet die Verwaltungsspitze mit keinerlei Problemen, da man bereits genau zwischen Aktionsflächen und Reservaten für den Umweltschutz unterscheide und dies auch bei den Plänen bereits berücksichtigt habe.

Hier die wichtigsten Fragen zur Hängebrücke

Kostet die Brücke Eintritt?
Nein, die Brücke ist für jedermann frei und kostenlos zugänglich.

Ist die Brücke immer geöffnet/zugänglich?
Grundsätzlich ja. Das Betreten der Brücke geschieht auf eigene Gefahr. Bei extremen Wetterverhältnissen (z.B. Orkan, starkes Gewitter) kann es sein, dass die Brücke kurzfristig und temporär gesperrt wird.

Wie lang, breit und hoch ist die
Brücke?
360m lang, 100m über dem Erdboden. Der Holzbelag der Brücke ist im unteren Bereich 85cm breit, im oberen Bereich rund 140cm.

Wackelt die Brücke, wenn man sie
überquert?
Kaum. Die Windabspannseile sorgen für eine stabile Lage der Brücke. Laut statischer Berechnung hält sie Windgeschwindigkeiten von über 200km/h stand.

Wie viele Personen können die
Brücke gleichzeitig betreten?
Die Brücke trägt ein Gewicht von rund 50 Tonnen, das entspricht etwa 600 Personen mit einem Durchschnittsgewicht von 80 kg.
Kann man als Radfahrer über die
Brücke?
Ja, allerdings muss das Fahrrad über die Brücke geschoben werden.

Kann ich mit meinem Kinderwagen über die Brücke?
Die Breite des Fußweges beträgt 85 cm. Kinderwagen sollten demnach ein ganzes Stück schmaler sein (z.B. kleinerer Buggy), damit auch entgegenkommende Fußgänger die Brücke passieren können.

Dürfen Hunde über die Brücke?
Ja, wenn sie sich trauen. Hunde sollten allerdings an der Leine geführt werden.

Wo kann ich parken und was
kostet das?
Parkplätze sind in Bruchsal am Bürgerzentrum und in öffentlichen Parkhäusern vorhanden. Bitte beachten Sie unser Parkleitsystem.

Wo bekomme ich Informations-material (z.B. Flyer, Wanderkarten)?
Über die Internetseite Bruchsal.de bekommen sie eine Vielzahl an Informationen. Auskunft erteilen auch die Touristinformation oder die BTMV.

 

Informationen zur Hängebrücke

In Bruchsal soll die Bevölkerung detailliert in einer Bürgerversammlung am Sonntag, 1. April, um 18 Uhr, im Bürgerzentrum über den Sachstand der aktuellen Planungen für die Hängebrücke informiert werden.