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Parkour-Sportlers Gabriel Calina
Parkour-Sportler Gabriel Calina

Bruchsal | Die Stadt ist eine Turnhalle

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Zu Fuß am schnellsten von A nach B kommen. Hindernisse die auf dem Weg liegen so effizient wie möglich überwinden. Das ist das Ziel eines Parkour-Sportlers. Einer von ihnen ist der 19-jährige Gabriel Calina aus Bruchsal. Sein Trainingsplatz befindet sich im alltäglichen Bruchsaler Stadtgebiet.

Aus dem RegioMagazin WILLI 05/2017

Eigentlich geht Gabriel in die Berufsfachschule, macht auf der Käthe-Kollwitz-Schule sein Zweijähriges in Fachrichtung Gesundheit und Pflege. Der gebürtige Rumäne ist ein engagierter Schüler, daher auch Schülersprecher. Seine Talente sind vielfältig, auch im musikalischen Bereich. Er spielt Gitarre, Klavier, Bass und auch ein bisschen Schlagzeug. Seine Leidenschaft allerdings ist die Sportart Par-kour, die schon auch etwas mit Lebenseinstellung zutun hat.

Parkour-Sportlers Gabriel Calina
Sport vor Schlosskullise: Wir trafen Gabriel Calina beim Training im Bruchsaler Schlossgarten.

„Parkour hat mein Leben verändert. Bevor ich damit anfing, war ich sehr schüchtern und konnte wenig mit Menschen anfangen. Schon ein Telefonat brachte mich an meine Grenzen, da ich nicht wusste, was ich sagen soll. Jetzt bin ich offener, kommuniziere gerne, ich mache mir nicht mehr soviel Gedanken darüber ob Menschen mich mögen.“

„Parkour hat mein Leben verändert.“

In der Tat beschreiben viele Traceure – so die Bezeichnung der Parkourläufer – neben dem Erfolg ihrer körperlichen Fitness diesen Nebeneffekt. Die ständigen Erfolgserlebnisse seien gut fürs Selbstbewusstsein und würden helfen zu lernen, mit Hindernissen im Leben umzugehen. „Hier ist ein Problem und ich weiß wenn ich daran arbeite, kann ich es aus dem Weg räumen”, so die Devise. Zudem würde Parkour zu einer gewissen inneren Ruhe führen, denn man wüsste: „Sollte etwas passieren, bin ich bereit dafür.“

Gabriel hat vor 2 Jahren angefangen Parkour zu trainieren. Vorher hat er sich immer mal ertappt wie er über Mauern sprang und sich bestimmten Wegaufgaben stellte. Dann besuchte er eine Parkour und Freerunning Halle in Karlsruhe und lernte dort viele Parkourläufer kennen. Er trainiert seit dem fast jeden Tag und hat „mega viel“ gelernt. Parkour verlangt ein hohes Maß an Körperbeherrschung, Selbsteinschätzung, Disziplin und Konzentration.

Man sollte immer save trainieren, nicht übertreiben, sich nicht überschätzen. Am Anfang ist es wichtig mit Matten zu trainieren, um die Grundtechniken zu erlernen und eine Person die Hilfestellungen geben kann dabei zu haben. Später in der Stadt muss man den Untergrund checken. Ist es nass, könnte die Fläche rutschig sein.

Parkour-Sportlers Gabriel Calina
Abgebrüht: Gabriels Trainigspartner und bester Freund Milan, train iert bereits seit 6 Jahren Parkour und überwindet die „Friedrichsplatz-Hindernisse“ problemlos.

Man muss vorsichtig sein, darf aber auch nicht zu langsam sein, sonst fehlt der Schwung und dann kommt man am Ziel nicht an. „Vor einem Sprung überlege ich mir was ich mache, alles muss sich im Kopf abspielen. Irgendwann bekommt man ein Gefühl dafür, wie man etwas angehen muss um es zu bezwingen. Bei einem weiten Sprung muss man beachten, nicht so hoch zu springen, sonst erreicht man sein Ziel nicht, die Weite ist oft wichtiger. Wenn was nicht klappt rettet man sich über die Save-Rolle. Es gibt für viele Situationen „Sicherheits-Moves“, die einen retten können.“

Verletzt hat sich Gabriel noch nicht wirklich. Abschürfungen und blaue Flecken gehören dazu. Einmal ist er auf die Schulter geknallt, da er während des Sprungs ein Selfie machen wollte. „Selberschuld“, sagt er, „man muss sich auf das Wesentliche Konzentrieren.“

Man darf sich nicht überschätzen

Sieht man Gabriel beim Training in der Innenstadt Bruchsals, bleibt man stehen. Geländer, Mauern, Bordsteine, Vorsprünge und einfache Treppen sind seine Trainingsgeräte, die es gilt auf ungewöhnliche Weise zu überwinden. „Ja, die Leute bleiben meistens stehen, manche denken wahrscheinlich warum springen die rum wie Affen. Andere kommen und sprechen uns an und loben uns für unsere Körperbeherrschung.“

Als Begründer der Sportart Parkour gilt der Franzose David Belle, der im Kindesalter Turnen und Leichtathletik trainierte. Beeinflusst durch seinen Vater trainierte er in der freien Natur, wo er die Bewegungen praktisch anwenden und nutzen konnte. So wundert es nicht, dass sich Elemente des Turnens und der Leichtathletik wiederfinden. Vereine sind daher auch in Deutschland aufmerksam geworden und haben die Sportart Parkour ins Programm aufgenommen, aber es gibt auch Trainingszentren die eigens für Parkour und Freerunning stehen. Dem natürlichen Bewegungsbedürfnis entsprechen und dabei die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten unterstützen ist dabei das Ziel.

Gabriel nutzt den Sport manchmal auch im Alltag. Wenn er spät dran ist wird schon mal der direkte Weg gewählt. Das passiert vor allem morgens im Bruchsaler Schlossgarten: Nicht wundern – es ist nur
Gabriel – auf dem Weg in die Schule.

Sehen Sie hier den Beitrag von KraichgauTV

Text: Iris Weindel, Bilder: egghead

 

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