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Bericht :: Ich bin dann mal kurz weg – Powernaping

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Für unsere Großeltern war es noch selbstverständlich mittags ein Nickerchen zu machen. Nach dem Essen eine kurze Zeit der Ruhe und Entspannung einlegen um danach aufgetankt in den Rest des Tages starten. Dabei geht es um die Kunst, sich mit einem kurzen Schläfchen fit für den Nachmittag zu machen.

Powernapping am ArbeitsplatzAus RegioMagazin WILLI 01/18

Diese durchaus sinnvolle Tradition ist leider nahezu ausgestorben. In unserer Leistungsgesellschaft ist ein Nickerchen mittlerweile fast verpönt und steht eher für Trägheit und Faulheit. Dabei war es gut und sinnvoll was unsere Großeltern uns vorgelebt haben.

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Aus dem wertvollen Nickerchen von damals ist heute das sogenannte „Powernapping“ geworden und es bringt nur Vorteile mit sich, beweisen zahlreiche Studien. Um die Mittagszeit kämpfen die meisten Menschen mit Müdigkeit und mangelnder Konzentration: ein Phänomen, das im menschlichen Biorhythmus verankert ist – es lässt sich nicht durch schlaflose Nächte erklären und mit Kaffee lässt es sich nicht bekämpfen.

Ein kurzes Nickerchen in der Mittagszeit wirkt wie ein natürliches Aufputschmittel – es hat keine Nebenwirkungen, kommt völlig ohne Chemie aus und ist nachweisbar wirksam: Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa hat in einer Untersuchung belegt:
Wer zu Hause ist, hat’s natürlich leicht mit seinem Mittagsschlaf aber auch im Büro kann ein Kurzzeit-Nickerchen integriert werden: Dabei langt schon der Bürostuhl als Ruheplätzchen. Wichtig ist, dass der Kopf gestützt wird. Gibt die Stuhl-Lehne das nicht her, kann man seinen Kopf auch auf den Schreibtisch legen.

Kopf auf den Schreibtisch legen

Wem also ungläubige Blicke der Kollegen egal sind, der sollte es probieren. In vielen vor allem größeren deutschen Firmen ist die Botschaft angekommen: “Biete deinen Mitarbeitern einen Raum zum abschalten und Akku aufladen, umso größer ihre Leistung nach der Pause.” Wer also einen Ruheraum bietet, kann davon ausgehen, dass die Kollegen konzentrierter weiterarbeiten.

  • Die Aufmerksamkeit steigt um 100%
  • Es wirkt sich positiv auf das Kurzzeitgedächtnis aus.
  • Es steigert die Leistung.
  • Es reduziert das Gewicht: Müde Menschen haben einen größeren Appetit auf fette und süße Lebensmittel.
  • Es schützt vor Herzkrankheiten: Wenn Sie drei Mal wöchentlich mittags eine halbe Stunde schlafen, können Sie Ihr Herzinfarktrisiko um 37 Prozent senken.
  • Es macht gute Laune: Wer wenig geschlafen hat, ist schnell gereizt.
  • Ein Schläfchen steigert die Konzentration von Serotonin im Blut, einem Hormon, das die Stimmung hebt.
  • Es beugt Erschöpfungszuständen vor.
  • Es stäkt das Immunsystem und senkt die Stressbelastung
  • Schützt vor dem „Burn-out-Syndrom“

Auf Knopfdruck einzuschlafen ist jedoch gar nicht so einfach – aber man kann es lernen. Ob man wirklich schlafen konnte oder nicht, ist anfangs ganz egal. Das alleinige Ziel ist es, den Körper an den bis dato unbekannten, neuen Schlafrhythmus zu gewöhnen. Im Lauf der Zeit wird das Einschlafen „auf Kommando“ dadurch immer leichter fallen. Wichtig ist es, sich einen Wecker zu stellen. Das „Powernapping“ sollte zwischen 10 und 20 Minuten andauern. Wer länger schläft riskiert von der Kurzschlaf- in die Tiefschlafphase zu rutschen. Wer dann geweckt wird fühlt sich schlapper und müder als vorher. Die optimale Zeit fürs Mittagsschläfchen ist direkt nach dem Mittagessen, da der Körper dann seine ganze Energie auf die Verdauung konzentrieren kann.

In anderen Kulturen ist „Power-napping“ ganz normal – im Mittelmeerraum und Lateinamerika verschwinden die Mitarbeiter in die Siesta, in Japan heißt das Nickerchen im Park „Inemuri“, und in den USA werden „Metronap“-Räume angeboten, dort kann man sich sogar an manchen Flughäfen oder öffentlichen Gebäuden sogenannte Pods – Schlafsessel mit Entspannungsmusik – mieten.