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Bad Schönborn | Überraschendes und Beeindruckendes aus der Tiefe

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Nachbericht | Jürgen Alberti hielt den ersten ortsbezogenen Vortrag im Jubiläumsjahr

Zum Auftakt der Vortragsreihe anlässlich des 750. Ortsjubiläums von Langenbrücken, bot Jürgen Alberti „tiefe“ Einblicke in die bedeutsame Posidonienschiefergrube.

Der gut besuchte Vortrag im besonderen Ambiente des historischen Kursaals Sigel hatte den ungewöhnlichen Titel „Wiedervorlage nach sechs Monaten… Zur Geschichte und Geologie des geologischen Denkmals Posidonienschiefergrube Langenbrücken“. Tatsächlich bezog sich die „Wiedervorlage“ auf einen Mängelbericht aus dem Jahr 1893, der auf die ungenügenden Zustände in der „Grube“ aufmerksam machen. Denn seit 1878 wurde mitten in Langenbrücken Schiefer zur Zementherstellung abgebaut.

Wie es dazu kam erläuterte Jürgen Alberti sehr anschaulich – beginnend mit einer geologischen Orientierung zu den Verwerfungen der Oberrheinischen Tiefebene und des Kraichgaus. In diesem „Grenzgebiet“ liegt Langenbrücken, beziehungsweise die sogenannte „Langenbrücker Senke“ und genau dort gibt es den einzigen Aufschluss des Posidonienschiefers aus der Jura „wo man mühelos dran kommt“, wie Jürgen Alberti erklärte. Er zeigte Bilder von Fossilienfunden aus der Grube – zum Beispiel die namensgebende Muschel „Posidonia“ – und stellte Theorien zur Entstehung der vielen Fossilien vor. Auch historische Dokumente und Karten belegten die bewegte Geschichte der Grube und des inzwischen nicht mehr vorhandenen Stollen, durch den die Loren mit „Ölschiefer“ zum Bahnhof transportiert wurden.

Besonders interessant war eine fotografische Aufzählung der Tier- und Pflanzenarten, die sich in dem einzigartigen Naturdenkmal heimisch fühlen. Über 50 Vogelarten, Insekten, Amphibien, Reptilien und kleinere Säugetiere kann der aufmerksame Besucher dort sehen.

Der pensionierte Realschullehrer plädierte für den behutsamen Umgang mit der Posidonienschiefergrube, die ab 1926 über Jahrzehnte lang als Müllkippe benutzt wurde, ehe sie endlich 1979 zum Denkmal erklärt wurde. Das einzigartige Kleinod in Langenbrücken suche seines Gleichen und müsse erhalten werden.

Als Dank für den interessanten Vortrag überreichte Bürgermeister Klaus Detlev Huge dem Referenten die örtliche Schokospezialität: die hauchdünnen „Langenbrücker Schiefer“ Schokoladentäfelchen. Da Jürgen Alberti auf sein Honorar verzichtete, wurden Spenden für die Restaurierung der Langenbrückener Brückenheiligen gesammelt. Dank ging auch an Hausherrin Susanne Haas-Sigel für die zur Verfügungstellung des schönen Vortragortes.

Das nächste historische Highlight anlässlich des Langenbrückener Ortsjubiläums ist eine Führung über den Friedhof am Sonntag, 19. Mai um 15 Uhr mit Dr. Rudolf Schmich.


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