Ä Brusler Käpsele | Wichtige Forschung zur Methangas-Emission in der Nordsee

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Video: Koninklijk Nederlands Instituut voor Zeeonderzoek (NIOZ). Aufnahmen einer bereits versiegelten Bohrstelle, aus der trotz Versiegelung Gas austritt.

10.03.2021 | Christian Scharun, geboren und aufgewachsen in Bruchsal, wollte ursprünglich Lehrer werden. Dann aber packte ihn die Leidenschaft für die Forschung, und man kann sagen: das ist gut so!

Foto: C. Scharun, KIT; Der Brusler Christian Scharun ist heute Doktorand am KIT

Denn mit dem von ihm entwickelten Programm-Paket namens WALLACE ist es dem Doktoranden des KIT gelungen, wichtige Erkenntnisse zur Emission von Methan durch aktive, aber auch bereits stillgelegte Bohrplattformen in der Nordsee zu generieren. Teile seiner Forschungsarbeit präsentierte er am 3. März im Rahmen der Vortragsreihe „Und was machst du so?“, initiiert durch das Depatment für Wissenschaftskommunikation des KIT und gefördert durch das BMBF. Das Ergebnis: die Nordseeplattformen emittieren jährlich 72.273 Tonnen Methan.

Nordseebohrinseln, Treibhausgase und das Kyotoprotokoll
In der Nordsee gibt es nicht weniger als 1000 Bohrinseln, die stillgelegten sind dabei nicht mitgezählt. Gefördert werden hier Gas und Öl – Rohstoffe, die man in unserem Wirtschaftssystem für vielerlei Dinge braucht. Ein Nebenprodukt dieser Bohrungen ist Methan. Methan ist, wie CO2, ein wichtiger Faktor in Punkto Klimaerwärmung. Es ist jedoch viel potenter als CO2.

Regelmäßig finden UN-Klimakonferenzen statt. Mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls verpflichteten sich die Unterzeichnerstaaten unter anderem dazu, Meldung über ihren Ausstoß von Treibhausgasen zu geben. Darunter auch Deutschland. Methan ist eines dieser Treibhausgase.

EDGAR, eine Datenbank zur Erfassung der Treibhausgas-Emission

Bild: European Comission, JRC, EDGAR; CH4 (Methan) Emissionen 2015

An dieser Stelle kommt EDGAR ins Spiel. EDGAR ist eine Datenbank, welche unabhängige Schätzungen verschiedener, menschengemachter Emissionen und deren Quellen in einem 0,1° x0,1° Raster auf dem Globus räumlich darstellt. Dafür nutzt man unter anderem die Daten, zu deren Meldung sich die Staaten im Rahmen der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls verpflichtet haben.

Fehlende Daten machten Christian Scharun stutzig, auf Nachfrage blieb es still
Als Christian Scharun Nachforschungen zu den Emissionen der Bohrinseln in der Nordsee anstellte, fiel ihm auf, dass nicht alle Bohrinseln der Nordsee als Emissionsquellen in der Darstellung durch EDGAR aufgeführt waren. Das ließ ihn aufmerken. Denn die Bohrplattformen existieren und wo Bohrplattformen sind, da lässt sich in der Regel auch Methan finden. Auf Nachfrage an entsprechenden deutschen Stellen wurde er zunächst weitergeleitet, dann erhielt er keine Rückmeldung mehr. Daher machte er sich an die Arbeit und entwickelte selbst diverse Programme, um die Daten zu rekonstruieren.

WALLACE für den „Showcase Nordsee“
Ergebnis ist WALLACE. Das Programmpaket enthält verschiedene Programme, um auf Basis eines Modells die fehlenden Emissionen für den „Showcase Nordesee“ zu quantifieren. Christian Scharun kommt mithilfe von WALLACE zu dem Ergebnis, dass die Nordseeplattformen jährlich 72.273 Tonnen Methan ausstoßen. Das ist mehr als zweimal soviel wie die Methanemission aller Menschen in Bruchsal in einem Jahr! Zwei der Plattformen sind deutsche Plattformen.

 

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EIN KOMMENTAR

  1. geniale studie die hoffnung macht
    dass alt verantwortungen auch wargenommen werden
    danke

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