Bruchsal | Das Bild ist verblüffend: Leuchtend blau sind die Schafe, die vor den schönsten Schlössern und Klöstern des Landes weiden. Die erstaunlichen Hingucker sind Teil eines Kunstprojektes und vom 22. Juni bis zum 8. Juli an insgesamt zehn spektakulären Orten im Land zu erleben. Mit der Blauschafherde des Künstlerpaares Bertamaria Reetz und Rainer Bonk bieten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ein einmaliges Sommererlebnis, das man nicht verpassen sollte – ob mit oder ohne Fotoausrüstung.
Baden-Württemberg macht "blau"
Das Künstlerpaar zieht mit seiner Schafherde aus intensiv blauem Kunststoff durch Baden-Württemberg und macht Station an insgesamt zehn Schlössern des Landes, von Mannheim bis Meersburg und von Weikersheim im Nordosten bis nach Rastatt im Westen. Die originelle Kunstaktion bietet einen ganz neuen Blick auf die bekannten historischen Schönheiten des Landes. Die Stationen im Überblick: 22. Juni Start in Schloss Mannheim, am 23. Juni in Schloss Heidelberg, 24. Juni Schloss Bruchsal, 29. Juni Schloss Weikersheim, 30. Juni Schloss Ludwigsburg, 1. Juli Schloss Favorite Rastatt, 2. Juli im Botanischen Garten und Schloss Karlsruhe, 6. Juli in Kloster und Schloss Bebenhausen, 7. Juli Kloster Schussenried und am 8. Juli das Neue Schloss Meersburg.
Ehemaliger EU-Präsident Jerzey Buzek als Schirmherr
Das Kunstprojekt mit der verblüffenden Schafherde ist auf mehrere Jahre angelegt. Teil des Konzeptes sei es, so die Künstler, dass die Figuren aus leuchtend blauem Polyesterharz immer nur für einen Tag Station machen. Kein Wunder, ziehen die Blauschafe als „Blaue Friedensherde“ doch durch ganz Europa – einer der Gründe, warum der vorige EU-Präsident Jerzy Buzek während seiner Amtszeit für das EU-Parlament die Schirmherrschaft über die Aktion übernahm. Die friedlichen Schafe in ihrer symbolträchtigen Farbigkeit wecken viele Assoziationen – allen voran die von Frieden und Gleichheit. Die Künstler: „Jenseits aller ethnologischen, religiösen oder kulturellen Unterschiede wollen wir mit dem ganz speziellen Charme der Blauschafe Denkanstöße geben und deutlich auf das Verbindende hinweisen.“
Blau als Symbol für das Verbindende
Das leuchtende Blau fesselt den Blick. Dass es sich bei den Schafen immer um die gleiche Figur handelt, in unterschiedlicher Position aufgestellt, zeigt sich erst bei genauerem Hinsehen. Diese Erkenntnis, verknüpft mit der Symbolik der Herde für menschliches Miteinander, wird zur zentralen Botschaft des Kunstprojektes: „Alle sind gleich – jeder ist wichtig“. Dabei soll die Signalfarbe Blau nach der Auffassung des Künstlerpaares symbolisch für das Verbindende stehen: Es ist die Farbe der EU, der Vereinten Nationen, der UNESCO und auch die Farbe der europäischen Friedensbewegung.
Die „Blaue Friedensherde“ als Projekt
Alle Städte, die den Blauschafen Weiderecht gewähren, werden selbst zum Bestandteil des Kunstprojektes. Sie werden zu Mitgliedern einer ständig wachsenden, imaginären „Blauen Friedensherde“, einem Verbund von Städten, die die Botschaft und Zielsetzung der blauen Schafe bejahen und unterstützen. Symbolisch überreichen die Künstler eines der Blauschaf dem Bürgermeister der jeweiligen Stadt: „Je umfangreicher und internationaler die „Blaue Friedensherde“ der beteiligten Städte wird, desto intensiver wird auch die Botschaft, die sie sendet“, so die These von Reetz und Bonk. „Wir möchten mit diesem Kunstprojekt für friedliches Miteinander, Toleranz und Wir-Gefühl werben, auf der Basis der Wertschätzung des Anderen.“ Wie gut das aussieht, kann man vom 22. Juni bis 8. Juli in den Staatlichen Schlösser und Gärten erleben.
Die Figuren können am Ausstellungstag für 120.00 € pro Stück erworben werden. Weitere Informationen unter
www.blauschaeferei.de. Das Internetportal der Schlösser und Gärten:
www.schloesser-und-gaerten.de
(pm)
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