no comment – Der WILLI-Kommentar

Statistik aktuell
  • 77 Besucher online
  • 4836 Abonnenten
  • 2698 Filme abrufbar
  • 274163 Filmaufrufe in den
    letzten vier Wochen


Facebook


Schon gesehen?
Frisch vom Acker

Bretten +++ Kochen | Liebe geht durch den Magen. Das ist allen, die gerne Essen wohl bekannt. Wenn man jedoch lieber isst als...
» Filmbeitrag ansehen
Der noComment-Kommentar
Trennung fällt schwer oder quick and dirty

Wir machen doch alle gerne mit. Fast sportiv und so, dass es alle sehen tragen wir den vorgetrennten Müll raus. Hoffentlich sieht auch meine Nachbarschaft, wie diszipliniert ich bin. Ja, wir, die Grünen von der Hauptstraße. Wir die Bessermacher. Vorbilder. Müll trennen ist ja fast Kult. Aber wenn ich sehe, wie mein Nachbar trennt: Uiuiui. Der macht sich einen schlanken Fuß. Ich mühe mich, trenne Papier von Karton, bringe Glas zum Sammelbehälter (grün, weiß, braun. Deckel entfernen). Beim Deoroller entferne ich den Roller, habe das Verbundstoff-Seminar besucht und lege Thunfischdosen (ich esse eigentlich keinen Thunfisch)  erst in die Spülmaschine. Den Tee entferne ich neuerdings aus dem Beutel, dann können Tee und Beutel separat entsorgt werden. Mein altes Cuttermesser zerlege ich in Klinge, Hülle und Schrauben. Holz geht sowieso in den Wertstoffhof (je nachdem lackiert, geölt, unbehandelt, mit oder ohne Glas, Metallbeschläge oder Glasdekore).
 
Grüngut natürlich nass und trocken getrennt. Technisches Kleingerät kommt wahlweise in grüne oder graue (manchmal braune oder blaue Tonne). Styropor in „kleine Mengen“ in die grüne Tonne („kleine Menge“ ist gut. Mein Nachbar bekommt alles „klein“).
 
Immer wieder eine akademische Meisterleistung sind die Verpackungen mit Restinhalten. Je nachdem umweltbelastend oder nicht trenne ich es in Rest und Wertstoffmüll. Beim Schimmel auf dem Käse überlege ich, ob der nicht besser in die Schadstoffsammlung gehört. Dorthin bringe ich ja eh Farbe, Lacke, Arzneimittel, Öl, Röhren, Lampen und weiß der Teufel was, hin. Für den Transport von geborstenen quecksilberbelasteten Glühlampen u.a. Schadstoffen melde ich einen Schadstofftransport an. Zwischenzeitlich lagere ich die Lampen in meiner Garage in einem isolierten Schutzbehälter. Jetzt neu, werde ich Papier nach Farben getrennt sammeln. Zeitungen, Illustrierte und Prospekte je nach Druckverfahren entsorgen (mineralölfreie Drucke in die rosa Tonne, andere in die Rote). Zeitungen zum Recycling (wenn nicht mehr als 50% bedruckte Fläche), Die Bänder der Amazon Verpackung in die Bändersammeltonne; die Paketklebebänder in den Reststoff (zuvor Kleber abwischen).
 
Schon immer habe ich mich gewundert weshalb mein Nachbar pfeifend seine Tonne befüllt, während ich keuchend den Müll sortiere. Der Blick in seine Tonne ernüchtert mich. Der wirft alles querbeet in die gleiche Tonne. Noch schlimmer; er wickelt den alten Fisch in die Tageszeitung! Da fehlen mir die Worte. Jedenfalls hat der viel mehr Freizeit, gute Laune und keinen interessiert es. Während ich die Welt rette, macht mein Nachbar laissez faire. Mein Groll ist mittlerweile so groß, dass ich es der Müllpolizei gemeldet habe. Allerdings muss man ihn bei frischer Tat ertappen. Der isst aber immer nur am Karfreitag Fisch!
 
Und wenn ich dann Nachrichten schaue und sehe wie viel mehr man machen könnte würde man die großen Räder drehen, denke ich: was muss ich kleines Licht mich so quälen, nur damit mein grüner Nachbar in meine Tonne schauen kann.
 

Ja, man sollte Wertstoffe wieder oder weiter verwerten. Aber wenn ein durchschnittlich begabter Bürger nicht mehr weiß, was er eigentlich machen soll, wenn er vor lauter Tonnen die richtige Tonne nicht mehr findet, dann macht er es wie mein Nachbar. Quick and dirty
 
 
U. Konrad
Ab in die Tonne
 

„Erst wenn die letzte Tonne steht, der Müllwagen im Dauereinsatz fährt, der Platz für Tonnen nicht mehr ausreicht, dann werdet ihr merken, dass man nicht alles trennen kann.“  Oder sagen wir mal so: „Man kann das Kind auch mit dem Bade ausschütten“.

Eingestellt am 31.07.2017



weitere Kommentare