no comment – Der WILLI-Kommentar

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Der noComment-Kommentar
Wir haben zwar nix zu melden, aber davon viel. Danke für Nichts.

Fünfundfünfzig Jugendliche bewerben sich auf die 14 Plätze des neugeschaffenen Jugendgemeinderates (JGR). Sensationell. Von Null auf Hundert, das hätte niemand erwartet. 55 Jugendliche, die sich in ihrer Stadt engagieren wollen. Politisch engagieren wollen. Am Anfang hatte man Angst, man würde niemanden finden, am Ende haben die Kandidaten fast keinen Platz auf dem Flyer. Toll ihr alle.

Wer war doch gleich unsere Zukunft?
Ach ja, die Kinder. Das hört man doch in den Sonntagsreden der Politiker. Die müssen wir fördern und fordern und unterstützen und Wege ebnen und interessieren. Und jetzt zur Sache lieber Gemeinderat in der Stadt. Ihr alle habt ja über den Einfluss des JGR zu bestimmen. Und was darf der dann? Nichts! Er wird lediglich bei jugendrelevanten Themen… gehört.

Der JGR kann nämlich gar nichts bestimmen. Die Jugend, die unsere Zukunft ist, die vielleicht anders als die „alten“ Gemeinderäte eine Nordumgehung erleben werden, die mit den Problemen der Zukunft auseinandersetzen müssen, sie dürfen … nix! Nullkommanix!

Da haben wir 55 Menschen, die sich einmischen wollen und die haben als höchste Funktion die Chance der Anhörung (natürlich nur bei Themen die sie betreffen). Das nennt man „Danke fürs Gespräch“!

Der politische Nachwuchs vor dem Start ausgebremst
Engagement lebt vom Mitmachen, mitgestalten, mitwirken, einmischen. Von Ergebnissen! Erfolgen und Misserfolgen. Wer glaubt ernsthaft, dass die Mädels und Jungs noch einmal mitmachen, wenn sie erst mal bemerkt haben, dass sie keinerlei Einfluss haben. Ob sie noch einmal Werbung für das politische Ehrenamt machen, wenn sie spüren, dass sich mitmachen nicht lohnt?

So glauben also die Damen und Herren Gemeinderäte den politischen Nachwuchs zu finden. Da fehlt die Wahrnehmung der Realitäten. Die Weisheit mag ja erst mit dem Alter kommen, aber man hat sie doch nicht alleine gepachtet. Jugend ist kein Mangel, so wenig wie Alter. Aber wenn die Jugendlichen so ausgebremst werden dann weiter so. Bis dass der Tod uns scheidet.

Mal ehrlich, würden Sie sich die Zeit um die Ohren schlagen, sich um die Belange der Kumpels und Freunde kümmern, Sitzungen besuchen, Aktivitäten starten, um dann mit einem milden Lächeln abgestraft zu werden? Oder um es in Fußballsprache zu übersetzen: ein Spiel um die Goldene Ananas zu spielen?

Wie wäre es und was wäre schlimm daran, wenn die gesamte Gruppe des JGR wenigstens eine einzige Stimme hätte, mit der sie im Gemeinderat wenigstens in Dingen, die sie betreffen diese eine Stimme einbringen könnten? Ein kleiner Finger ausgestreckt um wenigstens anzuzeigen, dass man sie ernst nimmt. Sie schätzt.

Keine Angst, niemand will den 13-18-jährigen Jungpolitikern zu viel „Macht“ geben. Sie sollen nicht der Souverän werden, der an Stühlen sägt. Das Wohl der Städte und Gemeinden soll bei den Senioren im Gemeinderat verbleiben. Aber so? So wird das nix mit der Integration der Mädels und Jungs ins politische Geschäft, in die Verantwortung.

Mädchen und Jungs: 
„Mischt euch ein, für ‚Danke fürs Gespräch‘ ist eure Zeit zu schade“


U. Konrad
Nach Kommentar auf der Suche nach einem zustimmenden Leserbrief eines Gemeinderates

Eingestellt am 26.03.2018



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