no comment – Der WILLI-Kommentar

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Der noComment-Kommentar
Elektrisch wie Engel :: Diesel wie Diabolo

Man traut sich ja kaum zu sagen, dass man einen Diesel fährt. Wo früher stolz das „TDI“ am Heck prangte steht nun … nichts.

Die echten Umweltsünder sitzen aber doch woanders: In Schiffsmotoren, in Fliegern, in Kohlekraftwerken. In den sogenannten Dreckschleudern. Dort, wo gigantische Schadstoffemissionen stattfinden, wären die größtmöglichen Schadstoffverminderungen möglich. Und wir wollen die Umwelt durch panische Reaktionen mit der Geißelung des Dieselmotors retten. Ein Diesel, der im Jahre 2018 eine Schadstoffklasse hat, die vor ein paar Jahren noch undenkbar war? Und wird nicht gerade alles auf dem Diesel abgeladen und alles durcheinandergeschmissen? Falsche Spritverbrauchswerte, falsche Emissionswerte, Tierversuche? Alles Diesel oder was? Diesel ist hocheffizient, sparsam, kräftig, mit einer Energieausbeute, die Autofreaks jahrelang zum Schwärmen brachte.

Ja, er ist nicht so sauber, wie es uns ein Werbespot glauben machen wollte, wenn man ein Taschentuch an den Auspuff hält, das keinen Ruß erkennen lässt. Ja, er sei „schmutziger“ als ein Benziner, aber ich bin nicht sicher ob ein neuer Diesel schmutziger ist, als ein alter Benziner. Und ja, ein E-Mobil ist vor Ort (!) sauberer als ein Diesel (und übrigens auch als ein Benziner). Aber eben nur vor Ort. Die Öko-Bilanz eines E-Mobils sieht da ganz anders aus. Die rechnet sich schadstoffmäßig erst ab einer Fahrleistung von 80.000 Km. Die gesamte Zeozweifrei Flotte der Zweozweifrei-Initiative in der Region hat insgesamt gerade mal 250.000 Km geschafft. Das Ökobilanz-Ziel bisher also um rund drei Millionen Kilometer verfehlt. Damit sind sie noch im wahrsten Sinne des Wortes meilenweit vom Ziel entfernt. Im Gegenteil: die E-Mobile schneiden in der Öko-Bilanz sogar schlechter ab. Und selbst wenn die Fahrleistung erreicht würde, ist die Batterie dann am Ende und es wird wohl neu gerechnet. Und dafür gibt’s Millionen an Fördergelder.

Bei einer sehr verengten Betrachtung mag es ja sein, dass man in Städten mit besonders schlechten Werten durch die Entfernung aller motorbetriebenen Fahrzeuge die Luft verbessern kann. Gut! Dazu brauchts dann aber Infrastruktur, nahe 100% Stromfahrzeuge, Reichweite und günstige Preise. Dann aber auch weg mit allen Bussen, Fabrikschornsteinen, Heizstrahlern und roten Ampeln. Dafür Park&Ride und ÖPNV-Offensive uvm. Ein E-Konzept. „Diesel weg“ als Symbolpolitik um einen „Schwarzen Peter“ zu haben, reicht da kaum.

Mal ehrlich. Wer von Ihnen hat beim Kauf seines Autos darauf geschaut, was es an Schadstoffen ausstößt? Nein, noch genauer: wen hätte es gestört wäre ein anderer Wert drin gestanden? Und wer von Ihnen hätte sich daran gestört, ob ihr Heilix Blechle 6,3 Liter oder 6,8 Liter verbraucht? Hand aufs Herz, sind Sie bereit ein paar tausend Euro mehr zu bezahlen, um sich anstelle eines sparsamen, top ausgestatteten Kleinwagens ein stark einschränkendes E-Mobil zu kaufen? Da hört doch auch Ihr Umweltbewusstsein schnell auf.

Okay, man soll nie „nie“ sagen, aber man sollte auch den Tag nicht vor dem Abend loben. Um eine gute Lösung zu finden muss man Dinge zu Ende denken, „ergebnisoffen diskutieren“, wie es Professor Albers vom KIT im KraichgauTV Interview nannte. Und dass durch ein Dieselverbot in Stuttgart die röchelnden um Atem ringenden Menschen nicht mehr am Boden kriechen und sich auf allen Vieren dahinschleppen ist halt nicht bewiesen. Diejenigen, die das glauben, haben sicher auch ein Herz für alle, die die Batterien dafür bauen, und entsorgen und die Umwelt damit belasten, wenn erst mal -zig Millionen Autos mit aberwitzig vielen Milliarden Batterien nach Strom lechzen, der in ebenso vielen Millionen Windkrafträdern auf -zig Millionen Quadratmetern Millionen Vögel töten und Millionen Menschen mit Geräuschen belasten.

Damit ich nicht falsch verstanden werde, was nun sicher vielen gelingt. Ich bin auch der Meinung, dass man verbessern sollte, was man verbessern kann. Kein Zucker in Lebensmittel, keine Weichmacher in Plastik. Kein Mikroplastik in Kosmetika, kein Öl in Motoren. Aber nicht den Teufel mit dem Belzebub austreiben.
Übrigens, legt man die ökologische Vorbelastung eines E-Fahrzeuges alleine durch die Produktion der Batterien zugrunde, starten die Verbrenner derzeit mit einem ökologischen Vorsprung von acht Jahren!


Ulrich Konrad
E-Bike Besitzer der ersten Stunde und Nizzy-Fan

Sehen Sie hierzu zwei Fachleute im KraichgauTV Interview. Birgit Leicht, Innungsobermeisterin der Kfz Innung und Professor Albert Albers. Beide Dieselfahrer.

Und last but not least lässt sich Umweltminister Untersteller unter Überschrift „Ein Kampf gegen irrationale Ängste“ zum Thema Deponierung von Bauschutt aus AKWs in der Bruchsaler Rundschau so zitieren: „Dabei sei ein Eisverkäufer in einer mit Granit gepflasterten Fußgängerzone einer deutlich höheren Strahlung ausgesetzt als der, die aus dem Bauschutt kommt“.

Eingestellt am 27.02.2018



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